Ergotherapeut · Referent · Modellautor
Occupational Justice, Teilhabe, Betätigungswissenschaft und Modellentwicklung
Ich verbinde ergotherapeutische Praxis mit wissenschaftlicher Reflexion und der Entwicklung teilhabeorientierter Modelle und Konzepte.
Wissenschaftlich fundiert. Praxisnah. Teilhabeorientiert.
Wissenschaftliche Erkenntnisse und theoretische Modelle bilden die Grundlage meiner Arbeit
– ihr Zweck ist konkrete Veränderung, von der Theorie zur Praxis.
In Vorträgen, Workshops und Konzeptarbeit verbinde ich kurze fachliche Inputs mit Fallbeispielen, gemeinsamer Reflexion und konkretem Praxistransfer. Dabei geht es beispielsweise darum, Barrieren zu erkennen, Betätigungsanforderungen zu analysieren, Kommunikation und Umwelt anzupassen und unmittelbar nutzbare Handlungsmöglichkeiten für den jeweiligen Arbeits- oder Bildungskontext zu entwickeln.
Im Zentrum meiner Arbeit steht die Frage, wie Teilhabe in unterschiedlichen Lebens-, Beziehungs- und Handlungskontexten ermöglicht, behindert oder verhindert wird. Behinderung verstehe ich dabei nicht als inhärente Eigenschaft einer Person, sondern als relationalen und dynamischen Prozess, der im Zusammenspiel von Mensch, Umwelt, gesellschaftlichen Normen und institutionellen Strukturen entsteht.

Berufliches Profil
Ich bin staatlich anerkannter Ergotherapeut mit Berufserfahrung in der neurologischen Frührehabilitation, Pädiatrie und psychosozialen Ergotherapie.
Meine Arbeit verbindet personenzentrierte, betätigungszentrierte und teilhabeorientierte Praxis mit Clinical und Professional Reasoning, interprofessioneller Zusammenarbeit sowie wissenschaftlich fundierter Modell- und Konzeptentwicklung.
Dabei beziehe ich Erkenntnisse aus Ergotherapie, Psychiatrie, Psychologie, Disability Studies und weiteren Sozial- und Gesundheitswissenschaften ein.
Was bedeutet Divergenz?
Divergenz bezeichnet die Abweichung von gesellschaftlich gesetzten statistischen, sozialen, kulturellen oder medizinischen Normen. Sie kann körperliche, neurologische, identitätsbezogene, soziale oder biografische Merkmale ebenso betreffen wie Kommunikation, Verhalten, Interessen, Charaktereigenschaften, Ausdrucksweisen und Lebensentwürfe.
Divergenz ist zunächst wertfrei. Teilhabebarrieren entstehen dort, wo menschliche Vielfalt auf nicht passende Umweltbedingungen, normierende Erwartungen, gesellschaftliche Bewertungsprozesse oder institutionelle Strukturen trifft.
Was bedeutet Ableismus?
Ableismus bezeichnet Bewertungs-, Ausschluss- und Diskriminierungsprozesse, durch die bestimmte Körper, Fähigkeiten, Wahrnehmungsweisen und Verhaltensformen als normal, erwünscht oder leistungsfähig gelten, während andere abgewertet, pathologisiert oder strukturell benachteiligt werden.
Solche Prozesse stehen unter anderem im Zusammenhang mit neuronormativen, cis-heteronormativen, rassistischen, klassistischen, altersbezogenen und medizinisch dominierten Normen und Strukturen. Sie betreffen nicht ausschließlich einzelne Gruppen: Gesellschaftliche Normen und Machtverhältnisse prägen die Lebensbedingungen und Handlungsmöglichkeiten aller Menschen.
Nicht Divergenz an sich begrenzt Teilhabe, sondern die Bedingungen, unter denen menschliche Vielfalt gesellschaftlich bewertet, institutionell eingeordnet und praktisch beantwortet wird.
Mein Ansatz richtet den Fokus auf die Anpassung von Umweltbedingungen, den Abbau von Barrieren, die Reflexion professioneller und gesellschaftlicher Normen sowie auf Edukation, gewaltfreie und bedürfnisorientierte Kommunikation, gesunde Selbstregulation und die Erweiterung konkreter Handlungsmöglichkeiten.
Ziel ist die Gestaltung von Bedingungen, unter denen Authentizität, Selbstbestimmung und gerechte Teilhabe im Sinne von Occupational Justice möglich werden.
Auf dieser Website finden Sie Informationen zu meiner ergotherapeutischen Arbeit, zum teilhabeorientierten Analysemodell TDA und zum Praxismodell ART. Beide Modelle sind über die Ergotherapie hinaus als Einladung zu gesellschaftlicher Reflexion, praktischer Anwendung, fachlichem Austausch und gemeinsamer Weiterentwicklung gedacht.
Vortrag beim 70. DVE-Ergotherapie-Kongress
Im Juni 2026 hielt ich auf dem 70. DVE-Ergotherapie-Kongress in Bielefeld den Fachvortrag:
„Unsichtbar behindert? Ableismus zwischen Neurodivergenz und Queerness“
Im Rahmen des Vortrags stellte ich zentrale Perspektiven meiner Arbeit sowie das TDA-Modell und das ART-Modell erstmals einem ergotherapeutischen Fachpublikum vor.

70. DVE-Ergotherapie-Kongress, Bielefeld 2026 · Foto: © DVE / Barbara Neumann
„Unsichtbarkeit verhindert Behinderung nicht – sie verändert, wer gesehen, verstanden und unterstützt wird.“
— Maik Elliott Schwarz

